Was ist Siebdruck?

Siebdruck ist eines der ältesten und vielseitigsten Druckverfahren überhaupt! Schon im alten China wurden mittels des Siebdrucks Stoffe gestaltet. Ob auf einer Kaffeeplantage in Südafrika oder in der Medizintechnik, überall kommt der Siebdruck zum Einsatz.

Generell wird der Siebdruck in drei Sektionen unterteilt. Serigrafie steht für den künstlerischen Siebdruck. Technischer Siebdruck ist zum Beispiel das Drucken von Leiterbahnen oder Tastaturen. Auch der Schokoladendruck gehört hier dazu. Dann gibt es noch den werbetechnischen Bereich wie Beispielsweise Displays oder generelle Werbung oder auch Messebau.

Insgesamt gilt: Per Siebdruck lässt sich alles bedrucken, außer Flüssigkeiten. Nachfolgend finden Sie einige Beispiele.

Wie funktioniert Siebdruck?

Die Druckform, das Gewebe.

Der Siebdruck ist ein Durchdruckverfahren. Mittels eines feinen Gewebes wird die Farbe übertragen. Es gibt dabei unterschiedliche Feinheiten. Angegeben werden diese mit Werten wie 120er oder 150er Gewebe. Das bedeutet das auf einem Zentimeter 120 oder 150 Fäden laufen. Die Dicke der Fäden spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle. Um eine Druckform zu erhalten muss man sie zuerst bebildern...

Die Beschichtung

Um eine druckfähige Vorlage zu erhalten wird das Gewebe zuerst mit einer lichtempfindlichen Emulsion beschichtet. Dies kann manuell wie auf der Abbildung oder maschinell geschehen. Wenn die Emulsion, genannt Kopierschicht, getrocknet und hart ist wird ein Film aufgelegt der die zu druckenden Stellen vor Licht schützt. Dann folgt die Belichtung mit UV-Licht die die nicht bedeckten Stellen härtet. Danach lassen sich die vorher bedeckten Stellen mit Wasser ausspülen, sodass die Siebmaschen wieder offen und farbdurchlässig sind.

Der Druckvorgang

Beim Druckprozess wird die Farbe mit einer Gummirakel durch das offene Siebgewebe gedrückt. Der Farbauftrag wird hierbei durch die Beschichtungsdicke der Druckform, Viskosität der Farbe, Härtegrad und Form der Rakel beeinflusst.

Die Abbildung zeigt die offenen Stellen im Siebgewebe, durch die die Farbe gedrückt werden soll an einem manuellen Handdrucktisch.

Wichtig beim Druckprozess ist auch das Fluten der offenen Siebmaschen. Dies geschieht im maschinellen Prozess mittels einer sogenannten Flutrakel. Dabei wird die Farbe leicht über die offenen Maschen geschoben, damit sich diese füllen können.

Durch die offenen Maschen wird dann die Farbe auf das Substrat übertragen.